FHEM – Einfach besser als RaspberryMatic

fhem Ich berichtete bereits in einem Artikel von dem HM-MOD-RPI-PCB-Modul von ELV. Damals habe ich aus mangelndem Wissen das RaspberryMatic-System installiert. Ich war allerdings nie so wirklich glücklich damit. Das hatte mehrere Gründe: Zum einen wollte ich ein normales Raspbian nutzen und nicht ein eigenes Betriebsystem und zum anderen schien mir das Ganze sehr nach einer Notfalllösung, die nicht wirklich gut unterstützt wird. Die Tage bin ich mal wieder über die FHEM-Homepage gestolpert.

Dort war beschrieben, dass das HM-MOD-RPI-PCB-Modul bereits im Juni 2016 begonnen wurde in FHEM zu integrieren. Also setzte ich schnell ein neues Raspbian Jessie auf und begann FHEM zu installieren. Als kleine Hilfe für euch im Folgenden die Schritte, die notwendig sind:

sudo apt update
sudo apt upgrade -y

# add user and set password
sudo useradd -m fhem
sudo passwd fhem
sudo adduser fhem sudo
sudo usermod -a -G dialout fhem

# switch user
su fhem

# install dependencies
sudo apt -y install perl-base libdevice-serialport-perl libwww-perl libio-socket-ssl-perl libcgi-pm-perl libjson-perl sqlite3 libdbd-sqlite3-perl libtext-diff-perl libtimedate-perl libmail-imapclient-perl libgd-graph-perl libtext-csv-perl libxml-simple-perl liblist-moreutils-perl ttf-liberation libimage-librsvg-perl libgd-text-perl libsocket6-perl libio-socket-inet6-perl libmime-base64-perl libimage-info-perl libusb-1.0-0-dev libnet-server-perl

# add key
wget -qO - http://debian.fhem.de/archive.key | sudo apt-key add -

# add line
echo "deb https://debian.fhem.de/nightly /" | sudo tee -a /etc/apt/sources.list

Damit sind alle Vorbereitungen getroffen und es kann direkt FHEM installiert werden. Nach der Installation wird automatisch der Eintrag in /etc/apt/sourcelist entfernt. Die Installation dient nur zur initialen Konfiguration und muss dann in Zukunft über die update-Methode vom FHEM aktualisiert werden.

sudo apt update
sudo apt install fhem
sudo reboot

Nach dem Neustart solltet ihr unter http://raspberry:8083 FHEM erreichen. Jetzt müssen wir noch das HM-MOD-RPI-PCB-Modul konfigurieren. Dazu muss bei meinem Raspberry Pi 2 in der /boot/config.txt mit folgendem Befehl ein Eintrag hinzugefügt werden. Für den Raspberry Pi 3 lest ihr am besten im verlinkten Beitrag nach, da dort noch ein paar mehr Dinge beachtet werden müssen.

echo "enable_uart=1" | sudo tee -a /boot/config.txt

Jetzt in der /boot/cmdline.txt folgenden Eintrag löschen.

console=serial0,115200 

Und schließlich noch serial-getty deaktivieren und den Raspberry Pi neustarten.

sudo systemctl disable serial-getty@ttyAMA0.service
sudo reboot

Nach dem Neustart könnt ihr jetzt in FHEM das Modul definieren und eine hmId setzen. Dazu wieder unter http://raspberry:8083 gehen und in das Eingabefeld einfach nacheinander folgenden Befehle eingeben. myHmUART könnt ihr dabei frei definieren und stellt einfach den Namen dar über den ihr das Modul ansprechen könnt.

define myHmUART HMUARTLGW /dev/ttyAMA0
attr myHmUART hmId 100000

Wie in meinem alten Artikel habe ich immer noch den Außentemperatursensor HM-WDS10-TH-O, der sich sehr einfach pairen lässt. Dazu einfach auf http://raspberry:8083/fhem?detail=myHmUART gehen und unter set myHMUART im Dropdown-Menü hmPairForSev auswählen. Dann den Pair Knopf auf dem Außentemperatursensor drücken und ihr solltet verbunden sein. Dazu einfach mal unter Unsorted schauen, ob ein neues Gerät dort gelistet wird.

Jetzt solltet ihr FHEM mit dem HM-MOD-RPI-PCB-Modul installiert haben. Damit beginnen erst die Möglichkeiten von FHEM. Es lassen sich hier beispielsweise Diagramme definieren, weiterhin kann beispielsweise auch euer Smartphone als Sensor dienen, indem der Raspberry Pi die IP-Adresse das Smartphone anpingt und dann gegebenfalls Events gestartet werden, die beispielsweise euren Server in Standby schalten, wenn ihr nicht zu Hause seid. Der Kreativität sind hier kaum Grenzen gesetzt.

Für mich ist FHEM definitiv die Wahl für das HM-MOD-RPI-PCB-Modul. Dadurch, dass es auf dem normalen Raspbian installiert werden kann, kann der Raspberry Pi noch für weitere Dinge verwendet werden und ist nicht wie bei RaspberryMatic eingeschränkt in seinen Möglichkeiten. Solltet ihr Probleme haben oder Fragen, dann könnt ihr mich gerne kontaktieren.


Geschrieben von Christian Decker am 17.04.2017